Die Dürre 2018 — Folgen für die Landwirtschaft

Das Jahr 2018 wird als Dürrejahr in die Geschichte eingehen. Hubert Kellner, Schweinelandwirt aus Desingerode und Vorsitzender des „Landvolk Göttingen Kreisbauernverband e.V.“, war bei uns zu Gast und hat als Experte über die Folgen der Dürre, insbesondere für die Landwirte in der Region, aufgeklärt.

„Dass es zu wenig geregnet hat, steht außer Frage“, beginnt Kellner seine Einschätzung. Südniedersachsen zeichne sich als Ackerbauregion mit optimaler Lage aus. Als Bezirksvorsitzender hat Kellner auch die Lage der Landwirte in anderen Regionen im Blick. Sie seien hier mit einem blauen Auge davon gekommen, obwohl die Hofbetreiber in Gifhorn ihre Ackerflächen viel mehr hätten bewässern müssen.

Es ist eine der größten Schwierigkeiten der Dürrebeihilfe. Sie liegt vor allem in der gerechten Verteilung der Zuschüsse: Die Landwirte, die viel gewässert haben, haben geringere Schäden und erhalten weniger Geld. Hilfe geht lediglich an diejenigen, die nicht gewässert haben und weniger Aufwendungen kompensieren müssen.

Kellner betont, dass Politik und Landwirtschaft näher in Kontakt stehen sollten. Einseitige Ministererlasse ohne vorherige Rücksprache mit den betroffenen Landwirten sorgten für Unmut und machten die Arbeit des Landwirts grundlos schwieriger. Schließlich sei eine ertragreiche Ernte und ein erfolgreicher Betrieb auch im Interesse der Allgemeinheit, da die Landwirtschaft zwar als Arbeitgeber in der wachsenden Dienstleistungsgesellschaft an Bedeutung verloren habe. Noch immer sorgt sie dafür, „dass jeder Angestellte und jeder Büromitarbeiter abends nach Hause kommen kann ohne Sorge darüber, was er auf seinem Teller vorfindet.“ Kellner verdeutlicht hierbei auch, dass eine Moderation zwischen Naturschützern auf der einen und Landwirten auf der anderen Seite nur schwierig vonstatten geht, da keine Seite wirklich bereit ist, Kompromisse ein- und auf den anderen zuzugehen.

Er selbst betreibt seinen Hof mit Herzblut. Daran, sein Hab und Gut an einen Fremden zu verkaufen, hat er nicht eine Sekunde gedacht. Er ist froh, seinen Betrieb in die Hände seines Neffen abgeben zu können. Das ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. In vielen Betrieben ist die nächste Generation nicht bereit, Landwirt zu werden und den Hof weiterzuführen. Kellner bedauert das: „Auf dem Trecker zu sitzen ist es etwas ganz Tolles. Du spürst die Natur um dich herum und fühlst dich gleichzeitig wie in einem Cockpit.“